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Emphysem-Behandlung mit intrabronchialen Ventilen

Intrabronchiale Ventile werden zur Behandlung von Emphysem-Patienten eingesetzt. Das Ventil leitet Luft aus den erkrankten Teilen der Lunge in die gesünderen Bereiche um und ermöglicht eine gewollte Atelektase. Verschiedene Fallstudien haben eine Verbesserung der krankheitsbezogenen Lebensqualität und der Lungenfunktion gezeigt.

Bei bestimmten Gruppen, die mit den Ventilen behandelt wurden, zeigten sich deutliche Verbesserungen des Schlüsselwerts FEV1 und der physischen Leistungsfähigkeit, gemessen an der Strecke, die die Patienten innerhalb von 6 Minuten liefen.¹

COPD ist ein Sammelbegriff für die obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem. COPD steht für Chronische Obstruktive Lungenerkrankung (Chronic Obstructive Pulmonary Disease). In diesem Zusammenhang impliziert der Begriff "obstruktiv", dass die Bronchien verengt und entzündet sind und eingeatmete Luft deshalb nicht mehr frei durchströmen kann. "Chronisch" bedeutet hier, dass die Erkrankung zwar nicht heilbar ist, aber behandelt werden kann.

Eine Folge der chronischen Entzündung des Lungengewebes ist das Lungenemphysem. Im Verlauf dieser Krankheit erweitern sich die Alveolen immer weiter und die Alveolarwände lösen sich auf, sodass sie für den Gasaustausch nicht mehr verfügbar sind. Obwohl der Patient Luft einatmet, gelangt weniger Sauerstoff ins Blut. Da die eingeatmete Luft nicht richtig ausgeatmet werden kann und in den vergrößerten Alveolen festsitzt, wird die Lunge überbläht. Diese Hyperinflation hat zur Folge, dass selbst relativ gesunde Teile der Lunge komprimiert werden, wodurch der Gasaustausch auch dort eingeschränkt wird. Eine überblähte Lunge erschwert auch immer mehr das Einatmen frischer Luft. Schon die kleinste Anstrengung führt zu Kurzatmigkeit und Atemnot.

Ohne konsequente Behandlung verschlimmern sich die charakteristischen Symptome der COPD. So beginnt ein Teufelskreis: Die Kurzatmigkeit macht jede körperliche Anstrengung zur Qual, der Patient bewegt sich nur noch so wenig wie möglich – aber dadurch verschlechtert sich seine Gesundheit erst recht, die Symptome werden schlimmer und bald wird das gesamte kardiovaskuläre System in Mitleidenschaft gezogen.

Zu den Behandlungsmöglichkeiten bei Emphysem gehören Medikation, Sauerstoffversorgung, pulmonale Rehabilitation und, falls nötig, eine Operation. Der Einsatz von intrabronchialen Ventilen (IBV) bietet eine minimal-invasive Option für Emphysempatienten.

Intrabronchiale Ventile

Intrabronchiale Ventile (IBV) begrenzen den Luftstrom zu den Lungenabschnitten distal zum Ventil, erlauben jedoch das Passieren von Sekret und Luft in proximaler Richtung. Die Ventile verhindern, dass noch mehr Luft in der Lunge eingefangen wird, und tragen zum Abbau der Hyperinflation bei. Das Ziel ist, dass die überblähten Abschnitte allmählich kollabieren (Atelektase) und dadurch der Rest der Lunge mehr Platz zum Atmen bekommt.

COPD-Patienten leiden trotz Therapien oft unter schlechter Lebensqualität und mangelhaftem funktionellem Zustand. Medikation allein kann die Verschlechterung der Lebensqualität und Lungenfunktion nicht aufhalten. Chirurgische Eingriffe gehen oft mit erheblichen Risiken und langwieriger Rehabilitation einher und sind nur einigen wenigen Patienten vorbehalten. Der Einsatz intrabronchialer Ventile eröffnet zusätzliche Möglichkeiten und kann für die schwersten Krankheitsfälle eine weniger invasive und kostengünstigere Option darstellen. Die Emphysembehandlung mit intrabronchialen Ventilen kann die Lebensqualität und Lungenfunktion erheblich verbessern.¹

IBV-Ventil

Das IBV-Ventil begrenzt den Luftstrom zu den Lungenbereichen distal zum Ventil, erlaubt jedoch das Passieren von Sekret und eingeschlossener Luft in entgegengesetzter Richtung.

IBV-Ventil

Das IBV-Ventil begrenzt den Luftstrom zu den Lungenbereichen distal zum Ventil, erlaubt jedoch das Passieren von Sekret und eingeschlossener Luft in entgegengesetzter Richtung.

Endoskopische Ansicht eines IBV-Ventils in einem Segment

Endoskopische Ansicht eines IBV-Ventils in einem Segment

Einsetzen des Ventils

Das IBV-Ventil wird über einen Katheter in die Lunge implantiert. Das patentierte Einwegventil entfaltet sich von selbst und begrenzt den Luftstrom in den damit blockierten Luftweg, erlaubt jedoch weiterhin das Passieren von Sekret und eingeschlossener Luft außen am Ventil entlang.

Der neuartige Wirkmechanismus des IBV-Ventilsystems ist in verschiedenen Studien in den USA und Europa untersucht worden. Das System hat die CE-Kennzeichnung für die Behandlung von kranken und geschädigten Lungen sowie die FDA-HDE-Zulassung für das Management anhaltender Leckagen.

¹Eberhardt R, Gompelmann D, Schuhmann M, Reinhardt H, Ernst A, Heussel CP, Herth FJF: Complete unilateral versus partial bilateral endoscopic lung volume reduction in patients with bilateral lung emphysema. Chest 2012 Mar 29. [EPUB ahead of print].

Eberhardt R, Gompelmann D, Schuhmann M, Reinhardt H, Ernst A, Heussel CP, Herth FJF: Complete unilateral versus partial bilateral endoscopic lung volume reduction in patients with bilateral lung emphysema. Chest 2012 Mar 29. [Epub ahead of print].

Sterman DH, Mehta AC, Wood DE, Mathur PN, McKenna RJ Jr, Ost DE, Truwit JD, Diaz P, Wahidi MM, Cerfolio R, Maxfield R, Musani AI, Gildea T, Sheski F, Machuzak CM, Haas AR, Gonzalez HX, Springmeyer SC: A Multicenter Pilot Study of a Bronchial Valve for the Treatment of Severe Emphysema. Respiration 2010;79:222–233.

Springmeyer SC, Bolliger CT, Waddell TK, Gonzalez X, Wood DE: Treatment of Heterogeneous Emphysema Using the Spiration IBV Valves. Thoracic Surgery Clinics 2009;19(2):247-253.

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